Entstehung der Thüringer Schildtaube

Die Thüringer Schildtaube

Herkunft und Geschichte

 

In der Taubenliteratur wird die glattfüssige Schildtaube als Urrasse aller Schildtauben angesehen. Früher wurde die Schildtaube im Süddeutschen Raum als Dache bezeichnet. Anfang 1900 als die sogenannten Garantieklassen zur Nationale gemeldet wurden, hat man die erste gültige Rassebeschreibung veröffentlicht.

In dieser Zeit wurde festgeschrieben, dass die belatschten Schildtauben zu den Sächsischen und Böhmischen Farbentauben gehören, die glattfüssige mit Rundhaube, den Süddeutschen Farbentauben zugeordnet wird und den Namen "Dache" erhält.

Die glattfüssigen und glattköpfigen Schildtauben mit lackreicher Farbe und Schmalzkielen wurden das Fränkische Samtschild. Ihr Markenzeichen ist der breite Augenrand unter Feuer.

Der verbleibende Rest gehörte zu den Thüringer Farbentauben.

                                                     

So ist jede Schildtaubenrasse ihren eigenen Weg gegangen und hat sich in Ihrer Region fest verankert. Anfangs waren die Thüringer Schildtauben eine Seltenheit. Zu sehr standen sie im Schatten der Fränkischen Samtschilder und den belatschten Sächsischen Schildtauben. Im Club der Thüringer Flügel-, Schild-, und Schnippentauben waren sie lange Zeit nur das "fünfte Rad am Wagen". Unterschiedliche Beschlüsse haben sich für die Verbreitung als Nachteil erwiesen. So wurde der rötliche Augenrand Anfangs gnadenlos bestraft, und tauchten bei den Lackfarben mal wenige Schmalzkiele auf, so hieß es: " Hut ab zum Gebet!"

Als Anfang der 60er-Jahre Christian Reichenbach in den Zuchtausschuss berufen wurde, haben die Thüringer Schildtauben endlich ihre eigene Musterbeschreibung erhalten. Vorher waren sie bei den Sächsischen Schildtauben untergebracht. Christian Reichenbach war es der bei den Thüringer Schildtauben den schmalen roten Augenrand und Schmalzkiele durchsetzte. An der anschliessend sprunghaften Aufwärtsentwicklung konnte man erkennen, wie Christian Reichenbachs Vorschlag dieser Rasse enorm geholfen hatte.

Ein ebenfalls großer Zankapfel war die Schildzeichnung. Oft ging es in den Versammlungen nur darum, gleichgeschwingte für die Höchstnote zu akzeptieren, und die Nichtzüchter der Schildtauben haben in den Diskussionen den Ton angegeben. In der ersten eigenen Musterbeschreibung waren 7-10 weisse Handschwingen zugelassen, später dann nur noch 8-10 mit nur einer Schwingenzahl Unterschied. Nachdem Karlheinz Sollfrank im SV der Fränkischen Farbentauben für die Samtschilder die Zahl der Handschwingen auf 8-10 durchsetzte, wurden logischerweise die Thüringer Schildtauben gleichgestellt. Dies war dann der endgültige Durchbruch für diese Rasse.

Von 3200 Thüringer Farbentauben zur Jubiläumsschau 2000, wurden über 500 Thüringer Schildtauben in hoher Qualität präsentiert.